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Auskunft über Ort und Zeit der Beisetzung

Trauergäste vor der Trauerhalle in Böhl-Iggelheim.

Darf die Auskunft über den Ort und die Zeit der Beisetzung nahen Angehörigen verweigert werden wenn dies der Auftraggeber der Bestattung sowohl gegenüber dem Bestatter als auch der Friedhofsverwaltung gefordert hat? Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V. veröffentlichte hierzu Ende Januar 2022 ein Rechtsgutachten.

Ausgangssituation

Angehörige, die eine Bestattung in Auftrag geben, möchten nicht, dass andere Familienmitglieder an der Trauerfeier teilnehmen. Dementsprechend werden die Trauergäste persönlich eingeladen und eine eventuelle Todesanzeige erst nach erfolgter Beisetzung geschaltet. Der Auftraggeber der Bestattung untersagt der Friedhofsverwaltung als auch dem Bestatter hierüber Auskunft zu erteilen.

Grundsätzliches

Ein Recht auf Teilnahme an der Bestattung haben der Ehepartner, die Kinder und gegebenenfalls weitere Angehörige des Verstorbenen. Der Anspruch auf Auskunft gilt in der Regel nur dann nicht, wenn dieser den Wünschen und Interessen des Verstorbenen entgegen steht. Die Interessen des Auftraggebers der Bestattung sind nicht von belang.

Da der Termin nicht durch eine Todesanzeige Tage vorher veröffentlicht wird, kann der nicht eingeladenen Personenkreis den Termin nur über den beauftragten Bestatter oder die Friedhofsverwaltung erfahren.

Putten im Herbstlaub
Putten im Herbstlaub

Auskunft über den Bestatter

Hierzu müssen die ausgeschlossenen Angehörigen erst einmal wissen, welcher Bestatter beauftragt ist. Konzentrieren sich mehrere Bestattungsunternehmen an einem Ort wird dies schwierig. Ist der Todesfall in einem Alten- und Pflegeheim, Hospiz oder Krankenhaus eingetreten, erfährt man eventuell über diese Institution welcher Bestatter den Leichnam überführt hat.

Das Bestattungsunternehmen hat mit seinem Auftraggeber einen privatrechtlichen Vertrag geschlossen. Dieser Vertrag sichert dem Auftraggeber Verschwiegenheit zu. Das Unternehmen begeht eine Vertragsverletzung wenn Ort und Zeit der Beisetzung herausgegeben werden. Eine Verpflichtung des Bestatters zur Herausgabe der Daten ist nicht möglich.

Auskunft über die Friedhofsverwaltung

Auch hier besteht das grundsätzliche Problem herauszufinden auf welchem Friedhof die Beisetzung erfolgen soll.

Die Friedhofsverwaltung muss gegenüber Verwandten den Ort und die Zeit der Beisetzung bekannt geben. Die Berufung auf eine Auskunftssperre durch Angehörige ist nicht zulässig solange keine schutzwürdigen Belange des Verstorbenen berührt sind oder der Wille des Verstorbenen dem entgegen steht.

2 Kommentare

  1. Ich finde es wichtig, dass ein Bestattungsinstitut so seriös arbeitet. Da gehören eben paar Regeln dazu. Immerhin geht es hier um eine wichtige Angelegenheit.

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