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Beschlagnahmung Verstorbener durch die Kripo

Einsatzfahrzeug der Polizei
Blaulicht eines Einsatzfahrzeuges

Im nachfolgenden werden verschiedene Aspekte bei der Beschlagnahmung des Verstorbenen durch die Kripo bis hin zur Freigabe aufgezeigt.

Gründe für eine Beschlagnahmung

Die Beschlagnahmung eines Verstorbenen durch die Kripo erfolgt, sobald der herbeigerufene Arzt/Notarzt zuvor die Todesart ungeklärt auf dem Leichenschauschein angekreuzt hat. Dies gilt auch dann, wenn der Arzt Hinweise auf einen nicht natürlichen Tod erkennt oder ein behandelnder Arzt bzw. das Krankenhaus eine Selbstanzeige erstattet. In allen Fällen sind die Mediziner verpflichtet sofort die Polizei zu informieren.

Die Beschlagnahmung kann auch im Krematorium im Rahmen der amtsärztlichen Leichenschau erfolgen, wenn der Amtsarzt einen Hinweis auf einen nicht natürlichen Tod oder Pflegefehler feststellt.

Was passiert nach der Beschlagnahmung

Eine Veränderung des Auffindeortes ist nach der Beschlagnahmung nicht zulässig. Die herbeigerufene Polizei nimmt den Sachverhalt auf und ruft danach den vertraglich verpflichteten Bestatter. Dieser muss den Leichnam bergen und an den durch die Kripo angewiesenen Ort überführen. Der Verstorbene ist damit beschlagnahmt.

Die Kripo leitet ihren erstellten Bericht an die Staatsanwaltschaft weiter. Diese prüft und entscheidet, ob ein öffentliches Interesse an der Ermittlung der Todesursache besteht. Eine Obduktion wird daraufhin angeordnet oder auch nicht. Nach der Obduktion, bspw. in der Pathologie Ludwigshafen oder der Gerichtsmedizin in Mainz, gibt die Staatsanwaltschaft den Leichnam frei.

Institut für Pathologie im Klinikum Ludwigshafen, Bremserstraße 79, Ludwigshafen/Rh.
Institut für Pathologie im Klinikum Ludwigshafen, Bremserstraße 79, Ludwigshafen/Rh.

Und wie geht es nach der Freigabe weiter

Kalender

Der ausgestellte Beerdigungsschein wird der zuständigen Polizeidienststelle zugestellt. Sobald dieser zusammen mit der Anzeige der Polizei für das Standesamt vorliegt, wird der Todesfall beurkundet. Ab Ausstellungsdatum des Beerdigungsscheines ist der Leichnam freigegeben. Die Bestattungsfrist läuft ab diesem Tag und beträgt für Rheinland-Pfalz 7 Kalendertage.

Können Angehörige den Prozess beschleunigen

Die Angehörigen haben, solange die Freigabe nicht vorliegt, keine Möglichkeit den Leichnam zu sehen oder versorgen zu lassen. Auf Bitten der Hinterbliebenen bei der Kriminalpolizei oder Staatsanwaltschaft wird das Verfahren nicht beschleunigt.

Welches Bestattungsinstitut erhält die Polizeiaufträge

Das mehrjährige Vertragsverhältnis zwischen Polizei und dem beauftragten Bestatter beruht auf einer gewonnenen Ausschreibung des Polizeipräsidiums. Es beinhaltet nur den Berge- und Überführungsauftrag. Den Zuschlag der Ausschreibung erhält die Pietät, welche die von der Polizei geforderten Rahmenbedingungen und Leistungen am kostengünstigsten erbringt.

Sollten die Angehörigen den Bestatter wechseln

Die Hinterbliebenen/Bestattungspflichtgen erteilen den eigentlichen Bestattungsauftrag. Diese sind nicht an die durch die Polizei beauftragte Firma gebunden. Den Angehörigen entstehen durch den Wechsel des Bestatters keine zusätzlichen Kosten. Diese sind in ihrer Wahl vollkommen frei und sollten dies auch nutzen. Die Vermutung liegt nahe, dass die geringe Kostendeckung bei Polizeieinsätzen über den Bestattungsauftrag wieder ausgeglichen werden.

Fazit

Nach Eintritt eines Todesfalles sollten Sie zuerst den Hausarzt informieren . Wenn dieser nicht erreichbar ist, nehmen Sie Kontakt mit dem Notarzt/ärztlichen Bereitschaftsdienst auf. Der Hausarzt kennt den Krankheitsverlauf des Verstorbenen, der Notarzt nicht. Damit ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Hausarzt „Todesart ungeklärt“ ankreuzt und eine Beschlagnahmung erfolgt.

Kommt es zur Beschlagnahmung nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir führen mit Ihnen das Trauergespräch, damit alles in Ruhe vorbereitet und entscheiden werden kann. Wir stellen den Kontakt zur Polizei her und können sie so weiter entlasten.

Link zum Presseartikel

27.01.2004 – Die RheinPfalz

5 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis, dass Notärzte schneller „Todesart ungeklärt“ aufschreiben und dann damit ein längeres Prozedere in Gang setzen. Mein Vater hatte ein Herz-Leiden, aber der Hausarzt war nicht erreichbar. Wir möchten nun die Beerdigung organisieren und suchen nach Informationen.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich lebe in Berlin und beerdige nächste Woche meinen 50 jährigen Zwillingsbruder.
    Brauche auch keinen Bestatter mehr, alles ist geregelt. Hätte nur eine Frage: Mein Bruder wurde auch beschlagnahmt. Es ist alles ok, es gab auch keine Obduktion. Mein Bruder hatte eine offene Bauchdecke, auf zahlloser Abfolge OPs, welche aber vom Arzt ordnungsgemäss abgeklebt war. Nun haben wir ihn heute wiederbekommen und ich war dabei, da er die Firmenlogo- Kleidung seines Betriebes angezogen bekam. Arbeit war sein Leben. Bei der Beschlagnahme wurde wohl dass Riesenpflaster entfernt. Wir haben ihn nun heute zurückbekommen, allerdings mit offener Bauchdecke. Ist das so üblich? Wir befinden uns doch nicht im Krieg, es gibt doch Verbandsmaterial genug in Deutschland. Wir konnten den Leichnam nun nicht ankleiden, da bei jeder Bewegung die Riesenwunde suppte und mit erheblich viel Flüssigkeit nässte. Wir konnten nur noch die Kleidung aufschneiden und jeweils darüber legen. Muss denn sowas sein? Kann man so eine Rückgabe des Leichnams wenigstens im nachhinein wenigstens noch kritisieren und wenn ja bei wem?
    Herzlichen Dank vorab für ihr Antwort
    Mit freundlichen Grüssen

    1. Sehr geehrte Frau Ruchti,

      ich gehe davon aus, dass Ihr Bruder von einem Bestatter von der Pathologie auf den Friedhof, auf dem die Beisetzung erfolgt, überführt wurde und Sie das Ankleiden selbst übernehmen.

      Sie haben die Möglichkeit sich bei der Pathologie, welche die Obduktion durchgeführt hatte, zu beschweren. Die Adresse sollten Sie über die Polizei erhalten. Es gehört aber auch zum Aufgabenbereich des Bestatters den Leichnam herzurichten. Und diesen Part haben Sie nach Ihren obigen Schilderungen übernommen.

      Sollte Ihr Bruder direkt vom Krankenhaus auf den Friedhof überführt worden sein, so richtet sich Ihre Beschwerde gegen das Krankenhaus in dem er verstarb.

      In unserer Region ist uns dies in der von Ihnen geschilderten Art und Weise noch nicht untergekommen und gehört sich unserer Meinung nach auch nicht.

      Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die nächste Zeit viel Kraft.

  3. Meine Fr.67 Jahre seit 3 Jahren Pflegestufe 2
    Stürzte am 9 Juni.Am12 Juni wollte Sie selber in Krankenhaus. Dabei Brach Sie sich
    das Sprunggelenk 2mal. Ich Brachte Sie ins Krankenhaus sie war 18 Tag im Krankenhaus.
    Kam zur Kurzzeitpflege ins Altersheim und Starb am 4 .Tag.
    Der Bestatter ging zur Polizei und die Versucht jetzt was bei dem Sturz Passiert ist.

    1. Sehr geehrter Herr Werner,

      was mit Ihrer Frau passiert ist tut mir leid.

      Ihre Frau ist nach einem Sturz und Knochenbrüchen nach dem Krankenhausaufenthalt verstorben. Geht dem Todesfall ein Sturz voraus ist es in den meisten Fällen üblich, dass diesem von offizieller Seite nachgegangen wird, da die Umstände des Sturzes geklärt werden.

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